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Christoph Hinterhuber
Die Welt der Pixel scheint grenzenlos. Das virtuelle Netz hat keinen Horizont. Unser Auge schaut, während die Hand über Tastatur und Touchpad fliegt. Jeder surft. Man versucht, den Dingen auf den Grund gehen. Aber man läuft Gefahr, sich zu verlieren.
Für Christoph Hinterhuber geht es um diese archaische Uraufgabe des menschlichen Auges, um die Frage: Wo sind wir? Vor die Aufgabe, sich im Unbekannten zurechtzufinden, sahen die Menschen zu allen Zeiten gestellt. Und wie in prähistorischen Zeiten, als man sich in der Wüste Zeichen an der Felswand hinterließ, nutzt der österreichische Medienkünstler auch heute höchst reduzierte Motive, die der Orientierung dienen sollen. Worte, Linien und Strichcodes.
Aber verwundert stellen wir fest: Ein Kreuz auf der Landkarte oder ein klärendes Orstschild? Nein, das sind sie nicht. Die von ihm gewählten zentralen Begriffe – worldwide, everywhere, everything und everybody – greifen vielmehr die Atmosphäre des Ortes Seeheim auf. Sie deuten Möglichkeitsräume an, die sich hier erschießen lassen. Sogar die Liniaturen, jene schwarz-weiße Ringe, die sich zum Rand hin vergrößern wie auf einem Radarschirm, dehnen sich weit über den Rand der Leuchtkästen hinaus.
Im obersten Stockwerk lesen wir „Variation durch Wissen“ und im untersten Stockwerk die gespiegelte Permutation „Wissen durch Variation“. Christoph Hinterhuber ermutigt dazu, sich auf Neuland einzustellen und gibt so sehr wohl eine Art von Orientierung: Sich offenen Auges auf die Welt einzulassen. Er erinnert daran, dass die Welt eine Idee und jede Idee eine Welt für sich ist.
Nur öffnet sich der Sinn dahinter nicht so leicht und automatisch wie die Tür vom Fahrstuhl gegenüber. Doch im Laufe eines Seeheim- Tages – wenn man den Etagen-Tafeln „auf dem Weg nach Hause“ immer wieder begegnet – kommt es zu Assoziationen oder zu ganz persönlichen Fragen. Christoph Hinterhubers hochtechnisierte Konzeptkunst entsteht langsam. Sie wächst durch die geduldige Entscheidung zwischen Erinnern und Speichern, Vergessen und Löschen, zwischen Ja und Nein. Erst am Ende wird die digitale Datei zum realen Objekt, das wir tatsächlich sehen. Digitales Wegzeichen und ein reines, klares Bild vom Ziel.
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worldwide, everywhere, everything, everybody.8, 2009
worldwide, everywhere, everything, everybody.7, 2009
worldwide, everywhere, everything, everybody.6, 2009
worldwide, everywhere, everything, everybody.5, 2009
worldwide, everywhere, everything, everybody.4, 2009
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worldwide, everywhere, everything, everybody.2, 2009
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